Zuhause in der Holledau.
Einem Hallertauer ist indes Respekt gewiss. Denn er sichert drei besonders bayerische Güter: Bier, Dialekt und Tradition. Mischt man diese Drei, entsteht die Gemütlichkeit, das beste und empfindlichste bayerische Gut.
Seit dem 8. Jahrhundert wird in der Hallertau der Hopfen angebaut. Und seit 1912 ist sie das größte Hopfenanbaugebiet in ganz Deutschland. Die Arbeit der Hopfenzupfer galt immer schon als wichtig. So wichtig, dass die Manschaften der Hopfenzupfer auf Fotografien festgehalten wurden.
Heutzutage liefern die Hallertauer Hopfenbauern gut 86 Prozent des deutschen und etwa 32 Prozent des globalen Hopfens. Das Anbaugebiet ist 2.400 Kilometer groß, exakt eingrenzen lässt es sich nicht. Offiziell wird es von Moosburg, Freising, Schrobenhausen, Ingolstadt, Kelheim und Landshut abgesteckt. Die Hallertau ist also ober- und niederbayerisch zugleich.
Natürlich lohnt sich ein Besuch der Hallertau vor allem dann, wenn es Sommer ist und der Hopfen reif. Die Reben, die voll und satt an den Stangen hängen, entzücken Augen und Nase. Und nachdem man die grüne und duftige Landschaft genossen hat, kann man sich zum Beispiel in den Biergarten der Schlossbrauerei Au-Hallertau setzten, um das Ergebnis der Arbeit der Hopfenbauer wie -zupfer zu verkosten.
Außer Hopfen, Landschaft und Bier, bietet die Hallertau sehenswerte Kulturgüter. Da wäre zuerst das Wasserschloss der Familie Beck von Peccoz in Au-Hallertau zu nennen, neben dem die stolze und traditionelle Schlossbrauerei steht. Überhaupt muss man in der Region den Adel und sein imposantes Vermächtnis nicht lange suchen. Da gibt es unter anderem das Wasserschloss Reichertshausen oder das Rohrbacher Schloss mit seiner historischen Wehrkirche und der alten Tafernwirtschaft. In Pfaffenhofen an der Ilm wiederum ragt der schon von weitem sichtbare, weil sehr hohe, Turm der Stadtpfarrkirche auf. Der Hauptplatz der Kirche soll einer der schönsten in Oberbayern sein. Wer sich ausführlich über alle gut erhaltenen und beschaulischen Kulturgüter und den Hopfenanbau informieren will, kann das zum Beispiel im Deutschen Hopfenmuseum. Dieses öffnet im Wolnzacher Zentrum der Hallterau seine Türen für Neugierige und veranschaulicht mit Ausstellungen die regionale und nationale Hopfengeschichte.
Auch berühmte Persönlichkeiten, wie den launigen Volkssänger Roider Jackl, sind Exportschlager aus der Hallertau. Und, dass der Roider Jackl Kenner und Freund des Bieres war, hört man unter anderem aus den Zeilen: "Auf alle die Getränke recht gern verzichten wir. Bringts uns a Maßerl guades, echtes, g'süffiges, g'schmackiges, boarisches Bier."
Man sollte ihm folgen und sich in die Schlossbrauerei Au-Hallertau begeben, auf ein Bier, eine Brotzeit und ein Gespräch mit den hopfenkundigen Einheimischen.




